Anatomie und Perspektive

Ein Tattoo kann technisch einwandfrei ausgeführt sein. Wird jedoch die Anatomie des Körpers und die damit verbundene Platzierung nicht berücksichtigt, kann es in der Rotationsbewegung der Extremität verzerrt wirken oder optisch in eine unpassende Richtung blicken.

Beispiel: Wird ein Porträt an der Innenseite des Unterarms so positioniert, dass es nach innen ausgerichtet ist, sind in der neutralen Armhaltung primär Haare oder das Ohr sichtbar.

Wird stattdessen ein Porträt gewählt, das perspektivisch leicht nach außen geneigt ist und entsprechend so am Unterarm platziert wird, dass das Gesicht nach außen zeigt (vom Träger weg), bleibt die Gesichtsdarstellung auch in der Ruheposition korrekt lesbar und wirkt natürlicher auf der Körperform.

Diese ideale Ausrichtung ist bei verstorbenen Personen nicht immer realisierbar, da häufig nur eine begrenzte Anzahl geeigneter Referenzbilder zur Verfügung steht.

Wird das Porträt nicht gezielt an die jeweilige Körperstelle angepasst – also an den relevanten Punkten proportional korrigiert –, erscheint es beim Übertragen der Blaupause aufgrund der Körperrundung optisch schmaler.

Anatomie nach natürlichen Fluss der Rotation

  • in Gelb die Muskelgruppen in Bezug auf die Motiv Wahl .
  • in Rot der natürliche Fluss durch die Rotationsbewegung der Muskel 

Je nach Gesamtprojekt muss man jedoch Spielraum für Abweichungen in kauf nehmen!

Der Betrachter – auch du selbst vor dem Spiegel – nimmt ein Tattoo immer aus einer bestimmten Perspektive wahr.

Da das Blickfeld auf einzelne Bereiche begrenzt ist, kann jeweils nur ein bestimmter Teil von Arm oder Bein gleichzeitig gesehen werden. Werden die Motive gezielt auf den einzelnen Muskelgruppen und im Bezug auf dieses Sichtfeld platziert, wirkt das Tattoo dauerhaft lebendig und harmonisch.

Bezieht man zusätzlich Lichteinfall und Schattenführung mit ein, entsteht ein noch stärkerer Tiefeneffekt. Unser Gehirn geht bei normalen Lichtverhältnissen automatisch davon aus, dass das Licht von vorne kommt und der Schatten nach hinten fällt. Wird dieses Prinzip berücksichtigt, lassen sich beeindruckende dreidimensionale Wirkungen erzielen.


Dafür ein Beispiel